"Innenausbau und Kleinklein"

bau-geschichten

Die großen Veränderungen am Fahrzeug gingen schnell und vor allem sichtbar vornan. Doch sieht das Auto erst einmal aus wie ein Reisemobil, dauert es viele Handgriffe und noch viel mehr Zeit, dem Innenraum auch Leben einzuhauchen. Von vielen zu erledigenden Arbeiten sieht man erst mal nicht viel, oder sie verschwinden gar für immer unsichtbar hinter anderen Dingen.




Die Tage und Wochen vergehen mit Möbeleinbauten, abgewechselt von einzwei Tagen Kabel Verlegen, Heizungseinbau, Wasserleitungsverlegearbeiten bishin zu Abwasserleitungsverlegung. Nach Möglichkeit versuche ich hierbei eine sinnvolle Reihenfolge einzuhalten, dass ich die entsprechenden Installationen vorbereitet bzw fertig habe, bevor ich Möbel davor stelle, um mich nicht unter den eingebauten Möbeln liegend, hinter ihnen herfummeln muss. 



So geschieht Eins nach dem Anderen und langsam aber sicher verwandelt sich die Baustelle in ein funktionierendes Wohnmobil. Sicherlich ein Meilenstein ist der Einbau der Elektrik. Da es mittlerweile draußen etwas frischer geworden ist, verlege ich hierfür die Vorbereitungsarbeiten in die warme Halle. Hier kann in aller Ruhe alles zusammengestellt, miteinander verdrahtet und ausprobiert werden, bis dann das fertige Produkt in einem in das Mobil montiert wird. So halte ich mich zu lange in der bereits hereingebrochenen Kälte vor der Halle auf. 


 
Wenn dann allerdings der Solarregler den gewonnenen Solarstrom nicht freiwillig den Strom an den Diodenverteiler liefern mag, weil er einen Widerstand benötigt, dann fliegt er eben wieder raus und wird durch den bewährten von damals ersetzt, der ohne zu murren im alten Tesomobil jahrelang und schadenfrei seine Dienste verrichtet hat. Zudem hat dieser auch zwei Ausgänge und somit werden, neben den Aufbaubatterien, die Starterbatterien gleich mitgeladen. Macht ja auch Sinn, fährt man ja nicht immer mit dem LKW die Brötchen holen und die Batterien erfreuen sich dann auch bei längeren Standzeiten.  




Meine Priorität lag vornehmlich auf dem Einbau der Gasgebläseheizung, um den sinkenden Temperaturen entgegenzuwirken. Zwei Interimsbatterien genügen erst einmal das bisschen Strom zu liefern, welches die Heizung benötigt, den Innenraum in kürzester Zeit zu einem wohligen Wohnraum zu verwandeln, der mir während meiner Anwesenheit auf der "Baustelle" ebenso als Übernachtungsplatz dient. 




Viele Arbeiten, die ich tagsüber so verrichte, sind abends nicht wirklich sichtbar, weil sie entweder hinter Schränken verschwinden, oder von WC's überdeckt werden. Nun gut, es gibt derer nur eines, aber auch ein WC-Podest will, damit es ordentlich aussieht, mit dem in der übrigen Kabine verlegten Bodenbelag beklebt werden. Alles, nicht zuletzt bedingt durch die Klebezeiten, zeitraubende Arbeiten. 

Umso erfreulicher, wenn es wieder einmal etwas sichtbares zu erledigen gibt, wie den Einbau der Oberschränke. In Bonn gefertigt, auf abenteuerliche Art und Weise nach Süddeutschland verfrachtet, sind sie an einem Tag eingeklebt und es stellt sich abends die spannende Frage, wohin diese Nacht. Da die Stützen während der Klebezeit das Bett versperren, ziehe ich kurzerhand eine Etage tiefer. Dort wo noch keine Wassertanks sind herrschen die gleichen Platzverhältnisse wie im ersten Obergeschoss und so komme ich in den Genuß auch einmal im Kofferaum des Tesomobils zu schlafen. Den Vergleich mit einem Allkoven braucht der Stauram nicht scheuen und so gesehen eigentlich ein vollwertiger Schlafplatz. Gemütlich war es sogar. 







Wieder in das alte Schlafgemach umgezogen sind nunmehr die Oberschränke an ihren Plätzen - alles paßt - richtig gemessen, übermittelt und gut geschreinert, kann sich auch dieses Ergebnis sehen lassen. 

Keine schöne Arbeit ist das Bohren irgendwelcher Löcher in die gerade fertige Kabine. Da gibt man sich eine solche Mühe beim, Zusammenbauen, Schleifen, Lackieren und wird von einer Abwasserleitung, einem Kabel oder einer Außensteckdose gezwungen in das fertige Produkt Löcher zu bohren, oder gar die Stichsäge zu bemühen. Ich bin hinterher immer froh, die Löcher an der richtigen Stelle gebohrt bzw geschnitten zu haben. Ein  Fehler hierbei und der Totalschaden ist perfekt. 





 Das fertige Kakktürchen ....

Nun sind alle Steckdosen, Abgaskamine, Bodendurchführungen und Toillettentüren installiert und glücklicherweise keine Schnitzer passiert. Es folgen wiederum die unsichtbaren, aber zeitraubenden Arbeiten, die mit Gewissenhaftigkeit gemacht sein wollen, soll das Expeditionsmobil denn so funktionieren wie es angedacht ist. Kabel anschließen. Gleich einem prallen Haarzopf quillt ein Strang unterschiedlichster Kabel in den kleinen Schaltschrank, der - ist er nicht sogar zu klein - sehr Bedienerunfreundlich ist. Leider ist so schnell keine Maus dressiert, dass sie mir diesbezüglich aushelfen kann. Muß ich mit spitzen Fingern arbeiten. Hinterher klappt man die Türe zu und ..... nichts zu sehen. 

So werden die nächsten Wochen auch weiterhin mit Innenausbauten vergehen. Ich warte gespannt auf die Edelstahlküchenarbeitsplatte, die bereits ihre erste Reise macht. Sie kommt aus Schweden und fährt direkt nach Bonn, um dort mit der Küche montiert zu werden. Und schon jetzt freue ich mich auf das fertige Stück aus einem Guss und ob denn  auch alles so praktisch sein wird in der Praxis, wie von mir angenommen.
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