"Spanien"

reise-geschichten

Spanien ist ein schönes Land und berherbergt wirklich nette Menschen. Die Gegend durch die wir reisen ist jetzt jedoch nicht der absolute Hit. Über San Sebastian hineingefahren, durchqueren wir so ziemlich in der Mitte, natürlich dann uns wann auch mautfreie Autobahnen nutzend, die Gegend, die, so kommen wir beide zu dem Schluss, nicht sehr eiergnisreich ist. Paula hat ihren Rhytmus, sie möchte Strecke machen. Während sich die Öma, weil in Österreich, bereits Sorgen macht um die Bewegungsmöglichkeit unserer Kleinen, verschläft Paula die Kilometer. Wir nutzen es ja auch nicht aus und halten brav zu unseren Zeiten und stoppen oft und regelmäßig, weil wir die Kleine auch nicht verärgern wollen. Der Weg nach Marakesh ist weit und so halten wir uns an unsere abgegebenen Versprechen. 



Genießbare Stops legen wir in Salamanca ein, erkunden gemeinsam die Altstadt, den Ceranoschinken und das Kopfsteinpflaster mit unserem Glattpflasterkinderwagen. Unser Berliner Freund Timur hatte uns frühzeitig auf die Nachteile dieses Modelles aufmerksam gemacht. Wir, die sie in den Wind geschlagen haben, schieben nun holpernd über die in grobem Kopfstein gepflasterten Gassen der Stadt. Aber, nicht minder schön fällt ein Spaziergang, neben prächtigen Kirchen und über schöne Brücken aus. Hier treffen wir auf eines der wenigen Reisemobile, die uns begegnen. Die Eigner sind wohl uns voraus in der Stadt bei unserer Ankunft und bereits auch wieder ausgeflogen auf dem Weg zu ihrem nächsten Etappenziel, als wir abends wieder am Stellplatz - der Schotterparkplatz am anderen Ufer des Flusses - ankommen. 



Der Wagen jedenfalls, ein schönes Stück auf einem bewähreten Fahrgestell, kommt mir bekannt vor und ich glaube auch 2013 in Bad Kreuznach bereits einen Plausch mit dem Eigner in seinem Fahrzeug geführt zu haben. Demnach sollte er eigentlich irgendwo in Frankreich zu Hause sein, obwohl er mit Bonner Kennzeichen unterwegs ist. 

Wir bleiben über Nacht und gondeln am nächsten Morgen, nach unserem ritualisierten Frühstück mit frischen Eiern weiter auf unserem Weg. Wenn wir keine Stadt - und da sind unserer Meinung nach ohnehin nur die Altstädte besuchenswert, was wir beide sehr schade finden - besichtigen, stehen wir auch schonmal irgendwo im Nirgens. Es reicht eine Abfahrt von der Nationalstraße oder der Autobahn, ein paar Meter über eine Wiese oder einen Acker und schon ist der richtige Stellplatz gefunden. Verscheucht werden wir nie in Spanien. Ok zugegeben, das geht natürlich nicht mit jedem Auto. Aber selbst wenn es etwas schmierig wird, hat es in den Tagen schließlich auch einmal geregnet, wird kurzerhand beim Herausfahren der Allrad eingeschaltet und vier Räder graben uns wieder aus dem Matsch heraus, um unsere Reise fortzusetzen. 



Unser nächster Stop, in Sachen Stadtbesichtigung wird Sevilla sein. Nachdem wir in einiger Entfernung an Madrid vorbeigefahren sind, wollen wir uns hier etwas umschauen. Einen Wohnmobilstellplatz gibt es hier, aber ist es so ziemlich das Schäbigste, was ich bislang gesehen habe. Im Hafen, ein abgeteiltes Stück eines, wie es scheint, Auto-Import-Export-Seetransporthandels - so richtig kann man die Bewegungen auf dem Hof nicht einordnen - dient als betonierte Stellfläche. Geschmückt mit zwei mittelgroßen, ehemaligen Mülleimern, die nun zwei vertrockneten ehemaligen Zimmerpflanzen als Behausung dienen kommt auf diesem Hof nicht wirkliche Geborgenheit, denn Gemütlichkeit, noch Atmosphäre auf. Der Habitus des betreibenden Platzwartes sorgt ohnehin dafür, dass wir nicht länger bleiben als nötig, den Platz als nächsten legalen Abstell- und Übernachtungsplatz für unser Mobil ansehen, uns die Stadt erkunden und am nächsten Tag weiterfahren. 

Die Stadt für sich - natürlich wieder nur die Altstadt - ist wunderschön. Kleine Gässchen mit Orangenbäumen, die Früchte tragen, säumen die Ränder und tragen zu einer besonderen Atmosphäre bei, als wir unseren Cafe mit Paula in einem, na sagen wir hobbymäßig betriebenen Cafe einer eher Künstlerin unter eben diesen genießen und uns etwas die Füße entspannen.



Wir schlendern umher, Paula schaut sich ineteressiert um, probieren hie und da und begeben uns zum Abendessen in einer der zahlreichen Tapasbars. Hier gibt es Straßen, an denen sich eine an die nächste Tapasbar reiht und die Auswahl fällt schwer. Wir landen schließlich bei einer, altbacken eingerichteten, aber nicht minder tradidionellen Tapasbar. Lounge-Tapas mit WLAN-Empfang und Clubmusik ist nicht so unseres. So ist der Betreiber etwas überrascht, dass wir uns mit dem Kinderwagen gerade seine Minitischchen ausgesucht haben zum Einkehrschwung und wir später, als wir die bestellte kleine Auswahl an Tapas nicht aufgegessen bekommen, weil es so reichhaltig ist, dass sogar Paula mithelfen muss. 



Eine schöne Stadt, denken wir, als wir sie verlassen mit Ziel Cadiz. Zwischendrin bleiben wir nochmals irgendwo stehen. Unser Tag ist geordnet und so sind es nicht immer die erträumten Distanzen, die wir zurücklegen. Manchmal dauert auch einfach unsere Pause für die nachmittagliche Obstjause länger, weil Paula wieder etwas Neues ausprobiert hat, oder wir schlichtweg etwas vor uns hergedöst haben, weil die Aussicht so schön ist. 



Irgendwo über eine Baustellenausfahrt - die Baustellen-LKW-Fahrer wunderten sich bereits etwas bei unserem Anblick - ein par Meter weitergefahren und neben einer Etancia den Motor abgestellt, nach hinten geklettert und Jause gehalten, etwas ausgeruht und doch noch entschieden weiter zu fahren. 

Bald ist Cadiz erreicht und wir sind im Süden Spanien angekommen. Veranschlagt haben wir anfangs zehn Tage, bis wir vor dem erstmöglichen Tor nach Marokko stehen.Es sind nunmehr 14 Tage und das finden wir gar nicht mal so schlecht, haben wir zumindest auch unterwegs schöne Erlebnisse gehabt und ja, wir sind eben nicht alleine unterwegs. Das bereitet ja gerade den Spaß, und was sind in Anbetracht dessen schon vier Tage. Man hätte sie auch arbeiten können. 

Cadiz empfängt uns, mitten ins Zentrum hineingefahren zum Bahnhof - die Parkplätze werden ohnehin alle minutenweise abgerechnet - mit Sonnenschein und angenehmen 22 Grad. Beste Stadtwandervorraussetzungen. Einer Werbung am Bahnhof folfgend landen wir in einem Hostel oder Youth-Hostel. Wir beide bekennen, dass unser letzter Abstieg in einem solchen doch einiges her sei, wundern uns aber umso mehr, als wir dran vorbeilaufen, der Besitzer die Türe zur Visite öffnet, wie geschmackvoll eingerichtet und schön es ist, wandern aber bald weiter in die Innenstadt. 



Kolonialbauten, schöne eng bebaute Gässchen mit vielen Läden und Geschäften, prächtige Kirchen und das Ganze nicht nur direkt am Meer, sondern quasi im Meer. Wir laufen einmal um Cadiz, bzw seine Altstadt herum, wie eine Landzunge vom Meer umspült. Natürlich halten wir kurz die Füsse ins Wasser, tapsen durch den sonnengewärmten Sand und schlendern durch die Stadt. In der Markthalle feiern wir eine kleine Abstillparty, zugegeben nur fürs Foto, kaufen links etwas Cerano, rechts ein kleines Bier und lassen uns einfach auf einer Bank inmitten der Markthalle nieder. Die Sonne scheint hinein und wir machen unsere Pause. 



Paula gefällt es und wir laufen weiter, erst am Wasser entlang und später nochmals die Gassen querend. Das spätherbstliche Wetter läd uns zu diesem ausgedehnten Kinderwagenspaziergang ein und es ist Zeit genug, um einen Stellplatz zu finden. 



Irgendjemand hat uns gesagt, dass es hier die üblichen Parkplätze gibt, an denen sich nachts die Wohnmobile der Reisenden treffen, die des Nachts einfach seitens der spanischen Polizei tolleriert werden. Nach etwas Sucherei - wir haben weder NAVI noch GPS - finden wir diesen Parkplatz wirklich noch und das ein oder andere Wohnmobil, welches wir bereits in Sevilla oder gar in Frankreich zum ersten Mal sahen. Wir brauchen nunmehr nichts mehr - haben einen schönen Tag verlebt, alles an Bord, was wir so für uns drei benötigen und das Mobil bietet durch seine Austattung auch jeglichen Komfort. Nur einen 17qm großen Parplatz. Das reicht völlig. Wenn dieser an der Straße ist, so ist uns das egal. Ist es doch nur für eine Nacht; aber Meerblick, das gibt es nicht immer. 



Unsere Fahrt geht weiter nach Tarifa. Von dort aus, oder von Algeciras wollen wir uns eine Fähre nehmen und nach Tanger hinüberschippern. Mal sehen, erst mal genießen wir die wärmeren Temperaturen in Südspanien und den leckeren roten Wein, unsere Eindrücke und Ausblicke und melden uns später wieder.
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