"Tarifa downtown"

Reise-geschichten

Ein wirklich schönes, kleines Städtchen dieses Tarifa. Selber, noch nie da gewesen, gefällt es uns auf anhieb. Die engen, weiss getünchten Gässchen mit ihren kleinen Läden und Cafes. Zwar sind nur wenige Surfer hier, doch versprüht der kleine Ort durchaus auch im Winter seinen, nicht zuletzt durch seine Besucher mitgebrachten Charme. Wir erwandern uns erst einmal die Gassen und lassen uns auch schon bald in einem netten Cafe mit vorzüglichen Leckereien nieder. Im Ort selber gibt es alles, was man so für ein Wohnmobil braucht, Diesel, Ent- und Versorgung sowie Lebensmittel und schon sind wir wieder eine Woche unanbhängig. 



Schnell haben wir jedes Gässchen mal mit dem Kinderwagen abgefahren. Die Altstadt ist klein, aber richtig nett. Gerade bevor wir uns den Gaumenfreuden hingeben, entdecken wir noch diese kleine Kirche an einem nicht minder kleinen Platz. 



Aber nun dann doch endlich ins Cafe und den Nachmittag bei etwas Süßem ausklingen lassen. Das Auto ist soweit wieder in Ordnung, um die Tickets für die Fähre brauchen wir uns gar nicht kümmern. Die flattern uns an unserem Stellplatz an den Playas Lances freihaus ins Mobil - noch dazu zu einem sehr guten Preis, wie sich im Laufe einiger Gespräche mit anderen Reisenden herausstellen soll - und der Kühlschrank ist wieder gefüllt, sodaß wir noch einige Tage am Strand verbringen können, bevore wir den Motor wieder anwerfen. 



Strandspaziergänge - an windigen Tagen durchaus mit Mütze für Paula -, Muscheln Sammeln und zu Muschelketten verarbeiten, Kochen, Babynahrung vorkochen, Krabbeln, Spielen, Baden und zwischendrin auch einmal die Fenster Putzen sind neben Gesprächen mit anderen am Strand befindlichen Reisenden unsere Beschäftigungen dieser Tage. Paula hat sich auf das Strandleben eingegrooved und hat ebenso ihren Rhytmus, schläft nachts tief und fest. Karin spendiert sogar der Glasscheibe der Dachklappe und den Solarzellen eine Außenreinigung und macht abschließend noch ein Tänzchen auf dem Dach des Tesomobil. 



Am Abend werden dann wieder Muschelketten handgearbeitet. Wir denken, diese in Marokko denen verkaufen zu versuchen, die uns versuchen etwas zu verkaufen. Bisschen bescheuerte Idee, aber soweit sind es für uns schöne Andenken und sie verschönern das Auto.



Nach dem Abendbrei kühlt es auch schnell ab, der Wind tut sein Übriges und wir ziehen uns, bis auf die Zigarretten, ins innere des Autos zurück. So langsam schauen wir mal in die Karte und überlegen uns, wo wir in Marokko so lang fahren und was wir uns anschauen möchten. 




Der Abend bricht herein und es wird Zeit für unser Kartenspiel und dem gelegentlichen Blick aus dem Fenster. Ich habe ohnehin fast nie eine Chance gegen Karin zu gewinnenund so begnüge ich mich mit der Aussicht, die ich mir genauso vorgestellt habe, als ich das Auto geplant und gebaut habe. 




Draußen sieht es natürlich noch weitläufiger aus. Das sei der Fairness halber angemerkt. Aber freut es mich immer wieder, wenn ein Plan aufgeht.



Schnell sind die letzten fünf Tage vergangen. Am nächsten Tage geht es mal weiter. Gemütlich zum Hafen nach Tarifa rüberschukkeln, vielleicht vorher noch etwas einzkaufen und dann um kurz vor elf Uhr auf die Fähre fahren. Wir werden die Letzten sein, die sie aufnimmt, hat sie nur für zwei LKW Platz und die kommen kurz vor Hochklappen der Laderampe in den Bauch des Schiffes, wenn es schon fast die Motoren anwirft. 

Aber dazu und was wir auf der anderen Seite der Meerenge erleben werden später mehr.
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